Warum eine digitale Spiegelreflexkamera ?

Mög­li­cher­wei­se sind Sie völ­lig zufrie­den mit den Bil­dern, die Ihre glän­zen­de, schlan­ke, sil­ber­ne Kom­pakt­ka­me­ra macht. Aber viel­leicht sehen Sie dann Fotos in Zeit­schrif­ten, von denen Sie ein­fach wis­sen, dass sie mit bes­se­rer Aus­rüs­tung auf­ge­nom­men wur­den : rasier­mes­ser­schar­fe Por­träts mit sanft ver­schwom­me­nen Hin­ter­grün­den.
Rück­lich­ter von Autos, die hell­oran­ge­far­be­ne Spu­ren über die Nacht­auf­nah­me zie­hen.
Ein Was­ser­fall, der von einem lang­sa­men Aus­lö­ser zu einem sei­di­gen Vor­hang ver­wischt wird. Oder ein­fach alles, was schnell geschieht.
Sol­che Auf­nah­men sind jedoch für eine digi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ra ein Kin­der­spiel (man fin­det sol­che Kame­ras auch unter der Abkür­zung SLR für »Sin­gle Lens Reflex«). Im Prin­zip schaut man bei die­sen Kame­ras durch das Objek­tiv, wenn man sich den Sucher ans Auge drückt.

Auf­nah­men mit einer SLR schla­gen die Bil­der der klei­nen Kom­pakt­ka­me­ras aller­dings um Län­gen. Spie­gel­re­flex­ka­me­ras sind aus foto­gra­fi­scher Sicht in jeder Bezie­hung über­le­gen. Sie sind sofort auf­nah­me­be­reit, machen umwer­fen­de Fotos in Maga­zin­qua­li­tät, haben kei­ne Aus­lö­se­ver­zö­ge­rung, kön­nen drei Bil­der pro Sekun­de auf­neh­men, bie­ten fast unbe­grenz­te manu­el­le Kon­trol­le (Weiß­ab­gleich, Belich­tung usw.) und kom­men mit einer Bat­te­rie­la­dung Tage oder Wochen aus.
(Eine Kom­pakt­ka­me­ra schafft etwa 300 Auf­nah­men pro Bat­te­rie­la­dung, eine Spie­gel­re­flex­ka­me­ra dage­gen bis zu 2.500.)
Mit einer sol­chen Kame­ra wer­den Sie ver­ste­hen, wes­halb man­che Leu­te sich mit Haut und Haa­ren der Foto­gra­fie ver­schrei­ben. Es beginnt mit der Grif­fig­keit des gro­ßen, robus­ten Kame­ra­kör­pers in Ihren Hän­den, des­sen Form im Lau­fe von Jahr­zehn­ten immer wei­ter ver­fei­nert wur­de. Es geht wei­ter mit dem befrie­di­gen­den, unmit­tel­ba­ren Klick des Aus­lö­sers – nicht mit einer net­ten Audio­auf­zeich­nung, die aus einem Laut­spre­cher kommt, son­dern mit dem sat­ten Klack, wenn der Spie­gel der Spie­gel­re­flex­ka­me­ra zur Sei­te klappt.
Mög­li­cher­wei­se sind Sie völ­lig mit dem Objek­tiv zufrie­den, das der Kame­ra bei­gelegt ist. Außer­dem wis­sen Sie ja, dass ein gan­zer Kata­log mit wei­te­ren Objek­ti­ven auf Sie war­tet, falls Sie jemals etwas ande­res brau­chen soll­ten. Sie kön­nen ein Fisch­au­gen­ob­jek­tiv anste­cken und einen kom­plet­ten 180-Grad-Aus­blick in einem ein­zi­gen Foto auf­neh­men. Oder Sie neh­men ein Weit­win­kel­ob­jek­tiv zum Foto­gra­fie­ren von Innen­räu­men oder Land­schaf­ten ohne die run­den Ecken der Fisch­au­gen­fo­tos.
Mit einem Makro­ob­jek­tiv kön­nen Sie eine Hum­mel oder einen Split­ter groß und klar auf­neh­men, sodass das Bild wirkt, als wäre es frisch aus der GEO oder dem Natio­nal Geo­gra­phic. Oder Sie ste­cken ein gro­ßes Tele­ob­jek­tiv an, set­zen sich bei einem Ten­nis­tur­nier auf einen bil­li­gen Platz und fer­ti­gen Super­nah­auf­nah­men der ver­schwitz­ten Gesich­ter der Spie­ler an.

Seit den 1980er Jah­ren ver­wen­de ich Spie­gel­re­flex Kame­ras. Die aller­ers­te, eine ana­lo­ge Revue BC 2, besit­ze ich heu­te noch. Obwohl mitt­ler­wei­le ein wenig ange­staubt und seit Jah­ren nicht mehr benutzt, habe ich an die­se doch recht gute Erin­ne­run­gen. Die Fotos, gera­de nach der Erwei­te­rung mit neu­en Objek­ti­ven, waren durch­aus pas­sa­bel.

Im Lau­fe der Jah­re kamen immer wie­der neue Kame­ras hin­zu bis zu den heu­ti­gen digi­ta­len Foto­ap­pa­ra­ten. Dazu gehör­ten auch kom­pak­te Kame­ras in allen Grö­ßen die je nach Anwen­dungs­ge­biet durch­aus Sinn mach­ten. Ich foto­gra­fie­re heu­te noch ger­ne mit dem iPad wenn es die äuße­ren Umstän­de zulas­sen, was bedeu­tet halb­wegs ver­nünf­ti­ge Licht­ver­hält­nis­se.

Am Ende führt aber kein Weg an einer guten digi­ta­len Spie­gel­re­flex­ka­me­ra vor­bei. Die Fotos lie­gen in der Qua­li­tät Licht­jah­re vor allen ande­ren. Die äuße­ren Ver­hält­nis­se spie­len nur noch eine unter­ge­ord­ne­te Rol­le. Ich kann jedem nur emp­feh­len der Spaß am foto­gra­fie­ren hat sich die Anschaf­fung zu gön­nen.

Unter­schied iPad (links) zu Spie­gel­re­flex­ka­me­ra (rechts). Beim iPad fehlt die kom­plet­te Tie­fe des Bil­des, es wirkt „flach“. Wohin­ge­gen bei der Kame­ra der Focus auf dem Objekt liegt und die Tie­fe sich auto­ma­tisch ergibt. Dazu kom­men die natür­li­chen, sat­ten Far­ben.

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