Rotunda und Textur

Auf die Karo­lin­gi­sche Minus­kel folgt die »Goti­sche Minus­kel« die sich im 14. Jahr­hun­dert in die bei­den domi­nan­ten Zwei­ge »Rot­un­da« und »Tex­tur«) teilt. Die wei­che­re, runde­re Rot­un­da domi­nier­te die Län­der süd­lich der Alpen, wäh­rend in den Län­dern nörd­lich die kan­ti­ge­re Tex­tur vor­herrsch­te.

Der Rot­un­da sieht man ihre Ahnen­schaft zur Anti­qua ), wie wir sie heu­te ver­wen­den, bereits recht deut­lich an.
Wäh­rend in Ita­li­en und Frank­reich die Anti­qua im wei­te­ren Ver­lauf zur Haupt­schrift wer­den soll­te, bil­det die Tex­tur die Basis für die Schrif­ten, die über Jahr­hun­der­te hin­weg mit deut­scher Kul­tur und deut­schem Natio­nal­stolz ver­bun­den wer­den soll­ten. So soll sich Goe­thes Mut­ter brief­lich bei ihrem Sohn beschwert haben, dass eines sei­ner Wer­ke in der so undeut­schen Anti­qua gedruckt wur­de.