Ideogramme

Für abstrakte Begriffe, die sich nicht einfach von der sichtbaren Materie abzeichnen lassen, gibt es verschiedene Möglichkeiten der grafischen Umsetzung:
Man variiert vorhandene Elemente, beziehungsweise ihre grafischen Repräsentanten, zu einer neuen Aussage – ein geöffneter Mund als Repräsentanz des Sprechens zum Beispiel. Im alten Ägypten standen zwei Beine, die offensichtlich in der Bewegung des Gehens abgebildet waren, für »Bewegung« ganz allgemein.

Man kombiniert zwei bestehende Piktogramme zu einer neuen Aussage. Das kann man in etwa mit unserem Zeichen für »Notausgang « vergleichen, wo aus einer laufenden Figur und einem Rechteck, das den Ausgang repräsentiert, die Bedeutung »Fluchtweg« wird.

Oder man erfindet ein gänzlich neues Symbol, das die bestimmte »Idee« repräsentiert. So stand für die Ägypter das Zeichen »Anch« für das Leben und das Leben nach dem Tod, und so steht für uns ein rotes Kreuz beziehungsweise ein mit der Form des Logos des »Roten Kreuzes« identisches Symbol für die lebensrettende Erste Hilfe (auch ohne rote Farbe).

Ideogramme sind demnach abgewandelte und kombinierte Piktogramme oder frei geformte und erfundene Symbole, die eine nicht materielle Idee repräsentieren. Das Logo des »Roten Kreuzes « ist zu einem allgemein verstandenen Ideogramm geworden.
Weithin verstandene Ideogramme sind auch das Zeichen &, das aus dem lateinischen »et« entstanden ist, für »und« steht und im Deutschen auch als »Kaufmanns-Und« bekannt ist. Dasselbe gilt für die Währungszeichen $, €, £ und ¥, das Zeichen § für Paragraph und das @-Zeichen in E-Mail-Adressen.
Die Hieroglyphen waren in ihrem Ursprung wohl ein Schriftsystem aus Piktogrammen und Ideogrammen. Doch mit der Zeit hat sich das System weiterentwickelt, und zunehmend mehr Symbole erhielten die Funktion von Konsonantenzeichen.
Ein Konsonant ist ein Laut, und Konsonantenzeichen sind die Buchstaben, die Mitlaute (keine Vokale) repräsentieren, also b, c, d und so weiter. Die tatsächlichen Hieroglyphen, wie wir sie aus zahlreichen Abbildungen kennen, sind in ihrer Systematik unserer Lautschrift ähnlicher, als es oberflächlich zu sein scheint.